34th Chaos Communication Congress

»Mietshäusersyndikat: den Immobilienmarkt hacken«
2017-12-30, 10:30–11:00, Saal Adams

Das Mietshäusersyndikat ist eine nicht-kommerzielle Kooperative mit dem Ziel, Bereiche von selbstorganisiertem Wohnen zu schaffen, ohne selbst Vermieter zu werden.

Wohnverhältnisse sind meist von Privatbesitz geprägt: die Eigentuemer wollen ihre Immobilien gewinnbringend vermieten.

Diejenigen, die mieten, sind stark abhängig: die Mieten können in die Höhe getrieben werden und wer nicht zahlen kann, fliegt raus.

Um diese Struktur zu konterkarieren, hat sich das Mietshäusersyndikat entwickelt. Hier sind Hausprojekte lose organisiert, deren Häuser nicht in Privathand sind und damit die erwähnten Abhängigkeiten wegfallen.

Aber wie ist das bei dem heutigen Immobilienmarkt möglich? Häuser nicht im Privateigentum und nicht mit dem Ziel, Gewinn zu erwirtschaften?

Das Statut von 1992 vom Mietshäusersyndikat benennt das Ziel„die Entstehung neuer selbstorganisierter Hausprojekte zu unterstützen und politisch durchzusetzen: Menschenwürdiger Wohnraum, das Dach überm Kopf, für alle.“

Häuser, die von Projektgruppen aus dem Mietshäusersyndikat heraus gekauft werden, sollen für Menschen da sein, nicht für den Profit, und sollen auch nie wieder in den Immobilienmarkt zurück gehen.

Inzwischen umfasst das Mietshäusersyndikats-Netzwerk mehr als 125 Häuser, die bei niemandem im Privatbesitz sind und die von den Bewohnenden selbst verwaltet werden.

Sobald eine Gruppe von Menschen, die zusammen wohnen wollen, eine Immobilie gefunden haben, können sie sich Beratung beim Mietshäusersyndikat holen und gemeinsam wird geschaut, wie das Haus vom Immobilienmarkt genommen und wie umgesetzt wird, dass Keiner/m das Haus gehört und auch nicht wieder Privateigentum werden wird.

Wie genau das ganze funktionieren kann, wird im Vortrag mit anschließender Diskussion erläutert.