34th Chaos Communication Congress

2017-12-30, 11:15–11:45, Saal Clarke

Vorstellung der Dissertation "WHWP - Walter Höllerer bei WikiPedia". Es wurde ein einzelner Artikel in der deutschen WikiPedia untersucht. Es wird dargestellt, welchen Einfluss die beteiligten Autoren auf die Qualität des WikiPedia-Artikels über Walter Höllerer hatten und weiterhin haben. Dafür wurden 113 Veränderungen durch 89 Autoren einzeln untersucht und bezüglich ihrer Relevanz bewertet. Es wurden auch die Entwicklungen berücksichtigt, die seit der französischen Encyclopédie zur Online-Enzyklopädie WikiPedia geführt haben. Daraus ist eine bisher einzigartige Arbeit über die Produktion von Wissen und Wissenssammlungen entstanden.

Die Dissertation "WHWP - Walter Höllerer bei WikiPedia" ist eine medienwissenschaftliche Untersuchung. Es wurden sprachwissenschaftliche Methoden zur Untersuchung eines enzyklopädischen Artikels in der deutschsprachigen Online-Enzyklopädie WikiPedia angewandt. Besonders interessant ist diese Arbeit, weil ein ausführlicher und für den WikiPedia-Artikel über Walter Höllerer umfassender Blick hinter die Kulissen der WikiPedia-Inszenierung gezeigt wird. Jede einzelne Veränderung des Artikels wurde dokumentiert und bewertet. Die beteiligten Autoren wurden an ihren Aktivitäten erkannt und durch weitere, online verfügbare Informationen individuell charakterisiert.

Walter Höllerer war ein deutscher Literaturwissenschaftler, Professor an der TU-Berlin, Mitglied der Gruppe 47, Gründer des Literarischen Colloquium Berlin und der Sprach- / Literaturzeitschriften "Sprache im technischen Zeitalter" und "Akzente".

Die Arbeit zeigt deutlich, wie einfach es ist, durch öffentlich verfügbare Daten Aktivitätsmuster zu erkennen und damit Aussagen über die Relevanz der Aktivitäten verschiedener WikiPedia-Autoren machen zu können. Die Arbeit ist in einem allgemeinverständlichen Stil angefertigt. Es gibt viele Tabellen und Grafiken, damit Leser-Innen die Vorgehensweise nachvollziehen und sämtliche Fundstücke selbst recherchieren können. Im Laufe der acht Jahre dauernden Recherchen für diese Arbeit wurden im Backstagebereich der WikiPedia einige Überraschungen gefunden und ein paar Mythen entzaubert.

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